Antifabewegung
Ein Kurzüberblick über die Antifabewegung
Zunächst einmal steht die Abkürzung “Antifa” für Antifaschismus und
steht somit für den Kampf gegen Faschisten.
Geschichtlich gesehen gibt es AntifaschistInnen, seit dem es Faschismus
gibt. In Deutschland z.B. seit 1923 als Teilgruppe des Rotfrontkämpfer
bundes. Aber erst ab den 80er Jahren setzte sich die Antifabewegung
durch, wie wir sie heute kennen. Angetrieben von kommunistischen
Gruppen und der Hausbesetzerszene bildeten sich um diesen Zeitraum
zahlreiche Antifagruppen. Dazu beigetragaen haben auch die Auflösung
der DDR und der Anstieg ausländerfeindlicher Übergriffe.
Heute gibt es einige Tausend AntifaschistInnen in Deutschland, mit dem
Ziel Faschismus, Rassismus und Nationalismus zu bekämpfen, wobei dies
oft nur die kleinste Gemeinsamkeit innerhalb der Antifabewegung ist.
Also homogende Gruppe kann man die Antifabewegung nicht sehen, denn
weitere Ziele und Ansichten unterscheiden sicht oftmals. Kommunisti
sche, Anarchistische und Basisdemokratische Tendenzen spielen dort oft
mals eine Rolle, sowie die Ablehnung vom Kapitalismus und Sexismus.
Genauso gibt es antiimperialistische, aber auch israelsolidarische Strö
mungen.
Durchzusetzen versucht man dies auf verschiedenen Wegen. Antifaarbeit
beschränkt sich nicht nur auf Veranstalten von Demonstrationen, sondern
es nehmen Recherchen, Aufklärung, Dokumentation und Verbreitung von
Informationen über rechtsextreme und rechtskonservative Strömungen einen wichtigen Platz ein.
Außerdem ist es Ziel, jedem eine autonome Identität zu verschaffen,
indem das Individuum sich informiert und reflektiert.
Die Anwendung von Gewalt ist ein oft diskutiertes Mittel für die Durchset
zung der Ziele. Es gibt viele PazifistInnen, aber auch Militanz ist bei Tei
len der Antifabewegung in manchen Situationen legitim. Das Bild der
Boulevard-Presse von autonomen steinewerfenden Gewaltpsychopathen
aus der Hölle stimmt nicht mit der Antifabewegung überein. Die Medien
pushen Ausschreitungen wie beim G8 gerne, um der Konsumgesellschaft
Abneigungen für eine emanzipatorische Bewegung anzuerziehen.
Kriminalisierung der Antifabewegenung
Unausrottbar scheint das Vorurteil über die gleiche Gefährlichkeit von
“rechten und linken Extremisten”. Es weiß zwar jeder, dass die Nazis 6
Millionen Juden ermordet haben, den zweiten Weltkrieg mit über 50 Mil
lionen Toten begonnen und verloren haben, was aber eine Menge Leute
nicht davon abhält, die Linken -im KZ, im Exil und im Widerstand- für mit
oder gleich schudlig zu finden. Es weiß heute jeder: Neonazis überfallen
und töten beispielsweise Ausländerinnen und Ausländer, bringen Obdach
lose um und greifen behinderte, linke oder alternativ aussehende Men
schen an. Das hindert viele nicht daran, die politischen Gegner der Neo
nazis, also die Antifabewegung, für mindestens genauso gefährlich zu
halten. Da dafür jede reale Grundlage fehlt und somit der Wahn um sich
greift, bemühen sich die Strafverfolgungsbehörden der Bundesrepublik zu
schaffen was nicht ist: die Kriminalität der Antifabewegung.
Verfassungsschutzberichte müssen zudem einräumen, dass die Straftaten
von rechts und links schon zahlenmäßig nicht zu vergleichen sind. Die
Straftaten von AntifaschistInnen resultieren darüber hinaus zum übergro
ßen Teil daraus, dass sie sich den Nazis in den Weg getsellt haben. Zivil
courage und “Aufstand der Anständigen” sind vorbei. Wer das heute noch
ernst nimmt, kommt mit der deutschen Justiz in Konflikt.
Der Staat, dessen Vertreter nicht müde werden zu erklären, sie seien
gegen Faschismus, Rassismus und Antisemitismus, dieser Staat lässt es
sich nicht nehmen, jede noch so gewaltverherrlichende Aktion der Neona
zis zu schützen. Die typische Meldung heißt dann: “Es demonstrierten 100
Neonazis, vom Gericht genehmigt und von 1000 Polizisten geschützt. Von
den 1000 Gegendemonstranten wurden 50 in Gewahrsam genommen”.
Eine besondere Verfolgungsmentalität zeichnet die Staatsanwaltschaften
aus. Hier hat sich der alte Korpsgeist der blutigen deutschen Justiztraditi
on gehalten. Der Feind steht links, heißt es dort vom Kaiserreich bis
heute. Karrieren werden dabei immer noch von denen gemacht, die am
schärfsten gegen Linke vorgehen. Ganz junge AntifaschistInnen werden
besonders gern eingeschüchtert und müssen mit härtesten Vorgehen der
Justiz rechnen, um schon frühzeitig diesen Menschen das Mitmischen in
politischen Aktionen zu vermiesen. Bei Ermittlungen ist auch eine Begehr
lichkeit von Computern von Linken festzustellen. Die Staatsanwaltschaf
ten wollen alles von jedem wissen, die ganze Szene ausspionieren und
dabei zählt die Verhältnismäßigkeit von Mitteln nicht mehr viel.
Weitere Informationen zur Antifabewegung: